Geburtsbegleitende Entspannung und Schmerzlinderung

Eine natürliche Geburt ist ein wunderschönes und positives Erlebnis, das häufig ohne schmerzerleichternde Maßnahmen erreicht wird.

Durch eine einfühlsame Geburtsbegleitung unter Anwendung verschiedener geburtsbegleitender Entspannungsmaßnahmen lässt sich bei den meisten Frauen der Geburtsschmerz auf ein erträgliches Maß reduzieren. Hierbei entscheiden Sie selbst, ob und in welchem Umfang Sie die angebotenen Schmerztherapien in Anspruch nehmen möchten. In einigen Fällen kann eine Form der Schmerztherapie hingegen dem Geburtsverlauf zuträglich sein und von der Sie begleitenden Geburtshelferin bzw. dem Geburtshelfer empfohlen werden. Eine Kommunikation auf Augenhöhe ist in diesen intimen Momenten maßgeblich und unser aller Anspruch. Sprechen Sie uns bei Fragen jederzeit an, wir beraten Sie gern.

Neben der schulmedizinischen Schmerztherapie wenden die Hebammen unserer Klinik auch alternative Methoden wie Homöopathie, Aromatherapie und Akupunktur zur Geburtserleichterung an. Auch ein warmes Entspannungsbad kann zur Schmerzerleichterung beitragen und den Bedarf an Schmerzmitteln senken.

Eine völlige Schmerzfreiheit lässt sich jedoch durch diese Methoden nicht immer erzielen, doch durch eine entspannende und lindernde Wirkung können Ängste und Verspannungen reduziert und die Geburt erleichtert werden.

Schon lange ist bekannt, dass Schmerzzustände mit Akupunktur gut zu behandeln sind. Auch bei der Geburt stellt die Behandlung mit Akupunkturnadeln eine effektive und schonende Alternative zur medikamentösen Therapie dar. Einige unserer Hebammen haben eine Akupunktur-Zusatzausbildung und können Ihnen diese Methode zur Geburtserleichterung anbieten.

Während der ersten Phase der Geburt zur Muttermundseröffnung ist eine medikamentöse Schmerztherapie möglich und zuweilen sinnvoll. Dies hat in der Regel einen schmerzlindernden, krampflösenden Effekt. Da die Mittel über die Plazenta zum Kind übergehen, sollten diese Medikamente unmittelbar vor der Geburt nicht mehr verabreicht werden.

Einen Wiedereinzug in den Kreißsaal hat in den letzten Jahren Lachgas gefunden. Mit Livopan®, einer festen Mischung aus 50 % Lachgas und 50 % Sauerstoff, steht ein zugelassenes Gasgemisch zur Schmerzerleichterung während der Geburt zur Verfügung. Die Gebärende kann über eine selbstvorgehaltene Maske bei Wehenschmerzen das Gas einatmen. Nach kurzer Zeit tritt eine deutliche Schmerzlinderung ein, der Effekt hält jedoch nur ebenso kurz an und die Inhalation kann bedarfsweise wiederholt werden. In seltenen Fällen kann vorübergehender Schwindel oder Übelkeit auftreten. Negative Effekte auf das Kind sind nicht bekannt.

Die Periduralanästhesie (PDA), oft als "Rückenmarksbetäubung" bezeichnet, ist eine sehe effektive Möglichkeit der Schmerzlinderung unter der Geburt. Durch Platzierung eines sehr dünnen Katheters außerhalb des Rückenmarks werden die "Schmerzfasern" vor dem Eintritt in den Rückenmarkskanal blockiert. Dadurch kommt es zu einem deutlich verminderten Wehen- und Dehnungsschmerzempfinden während der Muttermundseröffnungs- und der Austreibungsphase. Die Durchführung erfolgt in unserer Klinik nur durch einen erfahrenen Anästhesisten, der Rund um die Uhr im Hause ist. Viele Frauen können sich auch mit PDA gut bewegen und unter Begleitung manchmal auch laufen. Zu den Nebenwirkungen zählen unter Umständen eine verlängerte Pressperiode und eine geringfügig erhöhte Rate an Vakuumentbindungen.