Patientenkolloquium 2019
Das Universitätsklinikum Bonn möchte Sie auch 2019 wieder für das Patientenkolloquium "Uni-Medizin für Sie: Mitten im Leben" herzlich einladen ... weiterlesen

Information zu den einzelnen Infektionen

1) Hepatitis B
Die Hepatitis B stellt für alle im Gesundheitsdienst Tätigen die größte Gefahr dar. Bei Nicht-Geimpften verläuft sie in 1% der Fälle akut tödlich, in 5-10% der Fälle entwickelt sich eine chronische Hepatitis B mit den möglichen Folgeerkrankungen Leberzirrhose und Leberkrebs. Die Hepatitis-Infektion kann auch ohne Symptome verlaufen. Die Betroffenen wissen oft nichts von ihrer Infektion, sie können aber andere Personen z.B. über Blutkontakte infizieren. Deshalb ist jeder Patient als potentiell infektiös anzusehen. Schon kleinste Mengen Blut (z.B. durch eine Kanülenstichverletzung) können für eine Ansteckung ausreichen. Andere Übertragungswege sind sexuelle Kontakte oder intensive Schleimhautkontakte.

Seit einiger Zeit werden zur Behandlung der Hepatitis B Medikamente wie z.B. Interferon eingesetzt; die langfristigen Therapieerfolge müssen jedoch derzeit noch kritisch bewertet werden.

Sicheren Schutz gegen die Hepatitis B bietet nur eine Schutzimpfung. Vor der Impfung wird durch eine Blutuntersuchung geklärt, ob bereits eine Hepatitis durchgemacht wurde; eine Impfung ist dann nicht erforderlich. Bei negativem Antikörper-Befund erfolgt ein Grundimmunisierung.



Impfschema:a. Impfung sofort
 b. Impfung 1 Monat nach der 1.Impfung
 c. Impfung 5 Monate nach der 2.Impfung

Nach der dritten Impfung wird durch eine erneute Blutuntersuchung geklärt, ob der Impfschutz ausreicht und wann eine erneute Impfung fällig ist (im allgemeinen nach ca. 10 Jahren).

2) Hepatitis C
Die Ansteckungsgefährdung durch Hepatitis C-Viren ist etwa zehnmal geringer als die der Hepatitis B.
Die Infektion erfolgt jedoch häufig unbemerkt; die Erkrankung verläuft oft chronisch und kann zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen. Wegen der oft unbemerkten Erkrankung muß jeder Patient auch als potentiell Hepatitis C-infektiös angesehen werden.
Eine Impfung gegen Hepatitis C ist derzeit noch nicht möglich. Therapeutisch wird in den letzten Jahren Interferon eingesetzt, das zumindestens bei einer akuten oder erst kürzlich erfolgten Infektion sehr wirksam ist. Deshalb sind engmaschige Blutkontrollen insbesondere nach Stichverletzungen dringend erforderlich!

3) HIV
Die Übertragung von HIV von medizinischem Personal auf Patienten ist sehr unwahrscheinlich und bisher nur bei Stichverletzungen mit Hohlnadeln bekannt geworden. Einzelne Fälle einer Infizierung von Patienten durch einen HIV-positiven Zahnarzt wurden allerdings bekannt. HIV-Testungen werden der Eigenverantwortung der Mitarbeiter unterstellt; Testungen sind zu den angegebenen Zeiten -auch anonym- beim Betriebsarzt kostenlos möglich. Bei einem positiven HIV-Status sollte immer in einem persönlichen Gespräch mit dem Betriebsarzt geklärt werden, welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind.

4) Nachweis einer Hepatitis B-, C- und HIV-Infektion
Sollte sich bei der Blutuntersuchung ergeben, daß positive Marker für eine Infektion vorliegen, wird zunächst durch weitere Laboruntersuchungen geklärt, wie groß die Infektionsgefahr ist.

Eine Expertenkommission - bestehend aus Ärztl. Direktor, Krankenhaushygieniker, Virologe, Betriebsarzt und Studiendekan - entscheidet, ob sich daraus Konsequenzen für das Studium ergeben. Der Betriebsarzt unterliegt selbstverständlich der ärztl. Schweigepflicht; der Expertenkommission werden deshalb keine Namen mitgeteilt. Der Betroffene hat das Recht, von der Kommission angehört zu werden.