Eingriff am Herzen ist ihre einzige Chance
Pressetermin: Hilfsaktion für ein herzkrankes Mädchen aus Afghanistan



Das Herz von Frishta ist im Dauerstress. Langfristig droht es zu versagen. Ursache ist ein Kurzschluss zwischen Haupt- und Lungenschlagader – einer der häufigsten angeborenen Herzfehler. Hinzu kommt, dass die rechte Herzklappe zur Lungenschlagader verengt ist. Aber ein komplizierter Eingriff am Herzen ist in ihrer Heimat nicht möglich. Daher initiierte der Verein „Kinder brauchen uns“ (KBU), dass das fast vierjährige Mädchen jetzt nach Deutschland kommen konnte. Kinderkardiologen am Universitätsklinikum Bonn haben den Kurzschluss verschlossen und die Klappenverengung auf geweitet. Die Kosten für den Eingriff übernimmt die Stiftung kinderherzen Bonn.

Am Pfingstsonntag landet Frishta auf dem Düsseldorfer Flughafen, wo ihre Bonner Gastfamilie schon auf sie wartet. Die Hilfsaktion wird organisiert vom KBU, der Kinder in Kriegs- und Krisengebieten ehrenamtlich unterstützt. Der gemeinnützige Verein betreut das kleine Mädchen während seines Aufenthalts und hat für ihre Aufnahme in der Bonner Gastfamilie, die selbst zwei kleine Kinder hat, bis zum Ende der medizinischen Behandlung gesorgt. Die entstehenden Kosten kann Frishtas Familie, die in der entlegenen südafghanischen Provinz Zabul lebt, nicht aufbringen. So kümmert sich die Stiftung kinderherzen Bonn um die Finanzierung. KBU übernimmt alle anderen Kosten unter anderem für die Reise und die Papiere.

Langfristig droht das Herz zu versagen

Seit ihrer Geburt muss Frishtas Herz hart arbeiten. Denn bei dem kleinen Mädchen ist der Ductus Botalli offen geblieben. Dieser Kurzschluss zwischen Körper- und Lungenschlagader ist für jedes ungeborene Kind notwendig, da es seine Lungen noch nicht nutzt und der Mutterkuchen die Sauerstoffversorgung übernimmt. Nach dem ersten Atemzug verschließt sich diese Öffnung normalerweise innerhalb weniger Stunden, jedoch nicht bei Frishta. Zudem ist durch eine so genannte Pulmonalstenose der Übergang von der rechten Herzkammer zur Lunge verengt. Dadurch staut sich Blut und ihr Herz bemüht sich eifrig, es trotzdem in die Lunge zu pumpen. „Frishtas Herz ist chronisch überbelastet. Auf Dauer kann dies zu Herzversagen führen", sagt Prof. Dr. Johannes Breuer, Leiter der Kinderkardiologie am Universitätsklinikum Bonn. Daher haben er und sein Team den Eingriff acht Tage nach der Ankunft ihrer kleinen Patientin hier durchgeführt.

Ballon dehnt verengte Herzklappe auf

Das Team beseitigte den offenen Ductus Botalli bei Frishta mittels genau passendem „Pfropfen“. Dabei wird ein Verschluss, der wie ein Sektkorken geformt ist, mittels Katheter von der Leiste her zum Herzen geschoben und genau in den Defekt platziert. Dieser Pfropfen verschließt die Kurzschlussverbindung. Die angeborene Pulmonalstenose behob das Team durch Aufweitung der verengten rechten Herzklappe im gleichen Eingriff. Dazu wird mittels eines Katheters ein kleiner Ballon in Höhe der Engstelle platziert und mit Kochsalzlösung auf geblasen. So wird die verengte Pulmonalklappe auf gedehnt. Mit beiden Verfahren verfügt Prof. Breuer über eine umfangreiche Erfahrung.

Medienvertreter sind herzlich zu einem

Presse- und Fototermin
am Mittwoch, 21. Juni, um 14 Uhr
im Zentrum für Kinderheilkunde
Treffpunkt: Bibliothek im 1. Stock
Adenauerallee 119, 53113 Bonn


eingeladen. Neben Prof. Breuer stehen Mirvais Karzai vom Vorstand KBU und Jörg Gattenlöhner, Geschäftsführer von der Stiftung kinderherzen Bonn, sowie Frishtas Bonner Pflegemutter Rana Hartmann für Gespräche zur Verfügung. Fotos mit den Gesprächspartner und Farishta sind möglich. Um Anmeldung unter jens.hirschfeld@kinderherzen.de wird gebeten.

Informationen über die Stiftung kinderherzen Bonn gibt es unter: http://www.kinderherzen-bonn.de

Informationen zu dem Verein „Kinder brauchen uns“ (KBU):
http://www.kinder-brauchen-uns.net/



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Hochschulkommunikation

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