Sprechstunde für mütterliche Erkrankungen



Dr. Waltraut Merz
Sehr geehrte Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

bestimmte Erkrankungen können einen Einfluss auf die Schwangerschaft nehmen, zudem können in der Schwangerschaft auch Krankheiten neu auftreten. In den meisten Fällen ist ein guter Schwangerschafts-Ausgang für Mutter und Kind zu erwarten. Eventuell müssen Zusatzuntersuchungen durchgeführt oder Medikamente umgestellt werden. Bei einigen dieser Schwangeren kann es auch zu bedeutsamen Störungen der Schwangerschaft und der kindlichen Entwicklung kommen, die besondere Untersuchungen erfordern. Daher ist eine begleitende Betreuung in unserer Spezial-Sprechstunde in diesen Fällen sinnvoll. Wir können bei Bedarf Kolleginnen und Kollegen benachbarter Fachrichtung, allesamt innerhalb des Klinikums, hinzuziehen. Damit ist die Betreuung unter einem Dach, Zeit- und Informationsverluste werden vermieden.

Mit den besten Grüßen,

Ihre

Priv.-Doz. Dr. med. Waltraut M. Merz, MSc
Leitung Geburtshilfe

DEGUM II
Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin

Sekretariat
Claudia Büthke
Tel.: +49 (0)228-287 14728
Fax: +49 (0)228-287 16088
E-Mail: claudia.buethke@ukb.uni-bonn.de

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Zu den Erkrankungen, die einer besonderen Betreuung bedürfen gehören:


Vorbestehender oder schwangerschaftsinduzierter Bluthochdruck.
Durch enge Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen der Kardiologie
ist eine eventuell erforderliche Blutdruck-Überwachung oder Medikamenten-Einstellung einfach möglich.

Schwangerschafts-Diabetes oder vorbestehende Störung des Glukose-Stoffwechsels.
Hierzu gehört die Schulung der Butzucker-Selbstmessung und Diätberatung; bei vorbestehendem insulinpflichtigem Diabetes ist die Mitbetreuung (Link) aufgrund eventuell bestehender Veränderungen im Blutgefäß-System besonders wichtig.

Gerinnungsstörungen.
Falls in der Vorgeschichte Thrombosen oder wiederholte Fehlgeburten
auftraten, findet während der Schwangerschaft meist eine Behandlung
mit gerinnungshemmenden Mitteln statt. Hier ist eine Mitbetreuung
sinnvoll und aufgrund der engen Kooperation mit unseren Spezialisten
der Gerinnungsphysiologie einfach.

Herzerkrankungen.
Das Herz-Kreislauf-System wird durch eine Schwangerschaft stark belastet. Daher muss bei Frauen mit angeborenen oder erworbenen Herzerkrankungen, mit Herzrhythmus-Störungen oder nach Operation am Herzen die Herzfunktion engmaschig überwacht werden. In unserer regelmäßig stattfindenden interdisziplinären Konferenz besprechen wir gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Kardiologie , Kinderkardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie das beste Vorgehen im jeweiligen Fall.

Auffällige Abstriche in der Krebsvorsorge.
Krebsvorsorge-Abstriche sind in der Schwangerschaft schwieriger zu
beurteilen. In unserer Dysplasie-Sprechstunde können Zusatz-Untersuchungen
durchgeführt werden, die Aufschluss über das weitere Vorgehen geben.

Bestehende oder zurückliegende Infektionen.
Die meisten Infektionskrankheiten haben keine Auswirkung auf das Ungeborene. Für einige Infektionen sind jedoch eine Medikamenten-Einnahme in der Schwangerschaft und eventuell ein besonderes Vorgehen bei oder nach der Geburt erforderlich. Diese Betreuung führen wir in enger Kooperation mit unseren Kollegen durch (z.B. Urologie, Immunologie); unsere Abteilung für Neonatologie kümmert sich um die gegebenenfalls erforderliche Behandlung des Neugeborenen.

Psychische und psychiatrische Erkrankungen.
Psychische Erkrankungen, wie z.B. Angststörungen, sind weit verbreitet, Depressionen im Wochenbett treten bei bis zu 10% aller Frauen auf. Durch eine begleitende Betreuung kann meist eine Stabilisierung erreicht werden. Dies ist durch die Abteilung für gynäkologische Psychosomatik an unserem Hause kompetent und unkompliziert möglich. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Psychiatrie.

Autoimmunerkrankungen.
Autoimmunerkrankungen bessern sich meist in der Schwangerschaft, jedoch ist für manche auch eine Verschlechterung typisch. Hier ist eine fachübergreifende Betreuung mit den Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen Fachrichtungen erforderlich (z.B. Gastroenterologie, Nephrologie und Dermatologie), mit denen wir eng kooperieren.

Neurologische Erkrankungen
Neurologische Erkrankungen, die auch junge Frauen häufig betreffen, wie multiple Sklerose oder Epilepsie, sind keine Kontraindikation für eine Schwangerschaft, eine Mitbetreuung ist jedoch erforderlich. Wir arbeiten in diesem Bereich sehr eng mit unseren Kollegen und Kolleginnen aus der Neurologie und Epileptologie zusammen.

Weitere vorbestehende oder in der Schwangerschaft auftretende Krankheiten oder Zustände, bei denen eine Mitbetreuung empfehlenswert ist:

Vor-Operationen
Vor-Operationen können völlig bedeutungslos für eine Schwangerschaft sein. Betreffen diese aber den Bauchraum oder die Gebärmutter (z.B. vorangegangener Kaiserschnitt) oder sind mehrfache Eingriffe, insbesondere im Bauchraum durchgeführt worden, so ist eine Vorstellung sinnvoll; eventuell müssen für die Geburt besondere Maßnahmen getroffen werden. Diese besprechen wir gemeinsam mit unseren chirurgischen Kolleginnen und Kollegen.
Falls in der Vorgeschichte Besonderheiten während einer Operation, wie z.B. Narkoseprobleme, auftraten, findet eine Mitbetreuung durch unsere Kolleginnen und Kollegen der Anästhesie statt, die über besondere Erfahrung in Narkoseverfahren für Schwangere verfügen. Die in diesen Fällen erforderliche enge Zusammenarbeit ist bei uns tägliche Praxis.

Selbstverständlich spielen auch Komplikationen bei vorangegangenen Geburten
eine Rolle, vor allem wenn es sich um Störungen der Plazentaphase oder nach Geburt gehandelt hat.


Zunehmend wagen Frauen mit lange bestehender schwerer Erkrankung eine Schwangerschaft. Dies ist dank guter Überwachungs- und Behandlungsmöglichkeiten auch immer sicherer. Grundsätzlich gilt die Empfehlung, bei bestehender Allgemeinerkrankung vor Schwangerschaftseintritt einen stabilen Krankheitsverlauf für 6 - 12 Monate zu erreichen.

Für Frauen mit schwerwiegenden Vorerkrankungen (z.B. Herzerkrankung), die eine Schwangerschaft planen, bieten wir mit unserer präkonzeptionellen Beratung eine spezielle Sprechstunde an. Hier werden alle Aspekte der mütterlichen Erkrankung bezüglich ihrer Auswirkung auf die Schwangerschaft besprochen und ein Betreuungsplan erstellt. Auch Frauen, die aufgrund einer Vorerkrankung regelmäßig Medikamente einnehmen, können hier beraten werden.
Falls im Schwangerschaftsverlauf eine Verschlechterung des mütterlichen Zustands eintritt, ist eine stationäre Überwachung auf unserer vorgeburtlichen Station möglich. Damit bleibt die Kontinuität in der Betreuung erhalten, Informationsdefizite und Kommunikationsprobleme werden vermieden.
Zwar werden in der Schwangerschaft üblicherweise keine Untersuchungen durchgeführt, die mit einer Strahlenbelastung einhergehen; falls jedoch Untersuchungen erforderlich werden, können wir mit den Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Radiologie eventuelle Alternativen, wie z.B. MRT, besprechen. Alle diagnostischen Verfahren werden vor Ort durchgeführt.
Wir sind teilnehmendes Studienzentrum einer international durchgeführten Untersuchung zu Erkrankungen in der Schwangerschaft und stehen daher auch mit Kolleginnen und Kollegen benachbarter Länder in regem fachlichem Austausch.

Kontakt und Terminvergabe:
Tel.: +49 (0)228-287 15959

Sprechstunden:
Montag bis Donnerstag: 08:00 - 15:30 Uhr
Eine Überweisung wird benötigt.


http://www.uptodate.com/home/patient-information
http://www.awmf.org/leitlinien/aktuelle-leitlinien.html
http://www.thecochranelibrary.com/view/0/index.html
https://www.npeu.ox.ac.uk/ukoss
http://www.nice.org.uk/
http://www.rcog.org.uk/guidelines
http://www.cdc.gov/pregnancy/
http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/AllgFr_AllgemeineFragen/FAQ08.html